Darf Frau heute noch "normal" sein?
Aktuelle Diskussionen um Magermodels machen wieder einmal die Runde. Um Stardesigner Karl Lagerfeld zu zitieren: "Da sitzen dicke Muttis mit der Chipstüte vorm Fernseher und sagen, dünne Models sind hässlich". Model sein ist sicherlich ein harter Job - dafür muss auch hart am Körper gearbeitet werden. Es ist auch nicht jedes Mädchen dafür gemacht, Model zu sein. Die einen haben nicht den Körper dafür, die anderen nicht die nötige Härte für das Business. Trotzdem: wer macht das Schönheitsideal? Sind das wirklich die klapperdünnen Mädchen am Laufsteg oder nicht vielmehr wir selbst?
Es ist nicht leicht in der heutigen Zeit, wo Schlanksein zum guten Ton gehört, mit seinem Körper zufrieden zu sein. Es muss aber auch das Schwarz-Weiß-Denken aufhören, indem es nur um Extrema geht. Ich finde nicht, dass es hier um eine Diskussion gehen sollte, ob die Supermodels mit Size Zero zu untergewichtig sind oder ob dick schick ist.
Es gibt einen breiten Gewichtsbereich, in dem Frau gesund und schön sein kann. Selbst der BMI, der bestimmt nicht Maß aller Dinge ist, gestattet uns Frauen bei der gleichen Größe ein Gewicht in einem Bereich von bis zu 15 kg Unterschied. Also es ist viel „normal“, „gesund“ und „schön“. Eine natürlich schlanke Frau die nicht hungert kann genauso schön sein, wie eine kurvige Frau. Nicht jede Frau die dünn ist, ist gleich magersüchtig – aber auch nicht jede Frau die Kurven hat ist undiszipliniert. Nicht jede Frau die dünn ist, ist automatisch schön – denn da kommen noch wichtigere Dinge dazu als die Figur, und das wären sympathische Ausstrahlung und Stil.
Das Ziel einer Frau sollte ein Gewicht im gesunden Normalgewichtsbereich sein, dass zum eigenen Konstitutionstyp passt. Also ein Gewicht, das man mit normaler Ernährung ohne Hungern und Verzicht halten kann. Eine positive Haltung dem eigenen Körper gegenüber, typgerechtes Styling und ein Lächeln im Gesicht machen den Rest.
Nicht die Magermodels in Paris, Mailand und New York und in Fashion-Magazinen sind das Problem – vielmehr die breitenwirksamen Medien, Frauenzeitschriften und Werbekampagnen. Hier müsste man mit normalen Frauen ansetzen. Sympathische, schöne Frauen mit Ausstrahlung – gerne schlank, aber gesund schlank!
Ob das in den nächsten Jahren so sein kann wird sich zeigen…


