Serie Cholesterin: den Blutfetten auf der Spur - Teil 2

Sie möchten etwas gegen Ihre schlechten Cholesterinwerte tun? Oder Sie möchten das gute HDL-Cholesterin erhöhen? Hier erfahren Sie mit welchen einfachen Veränderungen Sie bald wieder aufatmen können!

Mag. Julia Pabst

Wenn Sie bereit sind einige Lebensstilfaktoren zu ändern, können Sie schon bald wieder mit einem Lächeln Ihre Blutwerte betrachten. Das Um und Auf ist eine Kombination aus Gesunder Ernährung, ein Gewicht im Normalbereich und Bewegung. Damit lässt sich der Gesamtcholesterinwert um 20 % senken. Das ist etwa soviel, wie auch ein Medikament schaffen würde.

Cholesterinfreundliche Ernährung

Die Sache mit dem Fett
Fett ist nicht gleich Fett! Für einen Cholesterinspiegel im gesunden Bereich ist die Auswahl der Fette die auf Ihren Teller kommen von entscheidender Bedeutung:

  • Meiden Sie schlechte Fette! Diese gesättigten Fette stecken vorwiegend in tierischen Lebensmitteln. Gesättige Fette erkennt man daran, dass sie fest sind. Also Butter, Salami, Schmalz, der Fettrand am Fleisch, fetter Käse, Schlagobers.
  • Meiden Sie gefährliche Fette! Transfette sind die ganz schlechten Fette. Sie entstehen bei der industriellen Härtung von Pflanzenölen, also bei der Margarineproduktion und wenn Öle beim Frittieren extrem hoch erhitzt werden. Vorkommen: in Blätterteigen und in frittierten Speisen (Chips, Krapfen, Pommes, Schnitzel). Transfette erhöhen das schlechte LDL-Cholesterin und die Triglyceride.
  • Essen Sie genug gute Fette! Diese Omega-3-Fette stecken in pflanzlichen Ölen und in Fisch. Besonders wertvoll: Lachs, Makrele, Tunfisch, Sardienen, Hering. Nüsse und Samen: Walnüsse, Paranüsse, Macadamianüsse, etc. Kürbiskerne, Leinsamen, Sesam. Öle: Hanföl, Leinöl, Walnussöl, Rapsöl.
  • Essen Sie nicht zuviele begrenzt gute Fette! Diese Omega-6-Fettsäuren kommen viel häufiger auf unseren Teller als die Omega-3-Fette. Daher hier eher sparsam sein. Der Mix macht’s! Ein Verhältnis von 5 Teilen Omega-6 zu 1 Teil Omega-3 ist ideal. Da man das aber nur schwer berechnen kann gilt: öfter die guten Fettquellen (s.o.) einbauen, dann sind Sie auf der sicheren Seite!

Ballaststoffe

  • Essen Sie ballaststoffreich! Ballaststoffe im Essen können überschüssige Gallensäuren (aus denen besteht das Cholesterin) binden und ausscheiden. Damit muss der Körper neues Cholesterin herstellen und der Cholesterinspiegel im Blut sinkt.
  • Ballaststoffe sind in Vollkornprodukten (Brot, Nudeln, Reis), in Hülsenfrüchten (Bohnen, Linsen, Kichererbsen), in Gemüse und Obst sowie in Samen (Leinsamen, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Sesam) und Nüssen.

Cholesterin

  • Essen Sie nicht zuviel Cholesterin! Cholesterin kommt nur in tierischen Lebensmitteln vor, in tierischen Fetten. Die Aufschrift “cholesterinfrei” auf Pflanzenölen ist zwar richtig, aber alle Pflanzenöle sind cholesterinfrei. Nicht nur die auf denen es draufsteht!
  • Eier sind besser als Ihr Ruf! Eier enthalten zwar wahrlich sehr viel Cholesterin, aber auch Lezithin. Ein Stoff der die Aufnahme von Cholesterin hemmt. Täglich nicht mehr als 1 Ei (im Durchschnitt) ist also absolut ok.
  • Cholesterinenkende Lebensmittel? Immer mehr Hersteller bewerben Produkte, die den Cholesterinspiegel senken können. Da ist was Wahres dran. Die Phytosterine in diesen Produkten können wirklich helfen, einen erhöhten Cholesterinspiegel zu senken. Dafür müssen Sie aber regelmäßig konsumiert werden, und das geht ins Geld. Durch eine gesunde ausgewogene Ernährung geht’s auch ohne dieser Produkte. Denn Phytosterine sind in natürlichen Lebensmitteln ebenfalls enthalten. Wenn auch nicht in so großen Mengen, aber diese kann man ein Leben lang essen.

Bewegung

  • Regelmäßige Bewegung hilft das gute HDL zu erhöhen! Und davon können Sie gar nicht genug haben.
  • Ebenfalls können Sie damit Ihre Triglyceride senken!

Gewicht im Normalbereich

  • Übergewicht ist nur mit leichten Erhöhungen des Cholesterinspiegels verbunden.
  • Viel stäker jedoch werden die Triglyceride erhöht.
  • Das gute HDL-Cholesterin ist bei Übergewichtigen meist zu niedrig. Also insgesamt keine guten Voraussetzungen für die Gefäße.  Abspecken hilft also, die TGs wieder in normale Bereiche zu bringen und das HDL zu erhöhen.

Wir wünschen guten Appetit bei einer gefäßschützenden Ernährung!